Es gibt Flegenfischer, die sich ohn viel darüber nachzudenken, 365 Tage im Jahr, einen braunen Wolly Bugger ans Vorfach knoten und damit überaus erfolgreich fischen…
Und es gibt Fliegenfischer, die sich um das was am Ende ihrer Schnur hängt mehr gedanken machen. In der Regel bedingt durch den kontinuierlichen Einsatz unserer beforzugten Muster, an unterschiedlichen Gewässern und unter variierenden Bedingungen… Verschiedenen Situationen verlangen dabei nach unterschiedlichsten Fliegenmustern. Dadurch stellen sich mit der Zeit, einige Muster als erfolgreicher heraus als andere! Einige Fliegen haben ihre Stärken hingegen, nur in ganz bestimmten Situationen ausspielen können. Andere wiederum, sind nach verpatzten Einsätzen entweder sofort auf dem Müll gelandet oder warten seit langer Zeit, in einer dunklen, verstaubten Ecke unserer Fliegenboxen darauf, endlich die gewünschten Bedingungen vorzufinden um ihren Einsatz zu rechtfertigen…
Es sind die jeweils vorgefundenen Situationen, die eine Stimme in unseren Köpfen sprechen lässt, und uns beeinflusst eine bestimmte Fliege aus der Tiefe unserer Box hervorzukramen und in Richtung Fisch flitzen zu lassen. Dabei könnte beim Leihen nun der Eindruck entstehen, dieser Fliegenfischer gehört nicht ans Wasser sondern eher nach Ochsenzoll! Was dieser Fliegenfischer tut, ist jedoch alles andere als verrückt… Unterbewusst wiegt er die vorgefundenen Faktoren ab (u.a. Temperatur, Wassertrübung, Wetter, Wind, Strömung und jahreszeitlich bedingtes Beutespektrum) , von denen er vermutet, dass sie den Fisch in seinem Fressverhalten beeinflussen könnten. Die Auswahl seiner Fliege ist somit alles andere als willkürlich! An dieser Stelle möchte ich jedoch die Analyse des „gemeinen Fliegefischermänchens“ (Piscatoris generalis) beenden und mit einer Fliege beginnen, die nach meinen Vorstellungen, zu den Bedingungen vieler Wintertage an der Küste passt!

Steelhead – gefangen bei schlechten Wetter- und Sichtverhältnissen. Bei solchen Bedingungen ist die Juletrae top
Oft sind die Lichtverhältnisse in den kurzen Wintertagen, insbesondere an bedeckten Tagen und während der Morgen- und Abendstunden, eher mäßig. Kaltes Wasser und das verhältnismäßig geringe Nahrungsangebot, lassen die Fische zu dieser Jahreszeit manchmal sehr träge wirken. Solche Bedingungen beeinflussen die „Stimmen in meinem Kopf“ so, dass ich manchmal zu einem auffälligen Muster tendiere. Damit verbinde ich die Hoffnung, dass die Fliege von den Fischen nicht übersehen werden kann… Die Erfahrung zeigt, dass Muster in knalligen Farben, ihre Stärken unter diesen Bedingungen ausspielen können. Auch wenn ich es so oft wie möglich vermeide, mir solchen „Christbaumschmuck“ ans Vorfach zu hängen, komme ich manchmal einfach nicht drum herum! Die Fliege, an der ich im Winter manchmal einfach nicht vorbei komme ist die Juletrae, sowohl als Original als auch in unterschiedlichen Abwandlungen.
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Natürlich handelt es sich hierbei nicht um ein Muster, dass ich erfunden habe. Ganz im Gegenteil, diese Fliege ist älter als ich denken kann! Ich erinnere mich, dass ich in jungen Jahren meine erste Juletrae an einem Forellensee am Band hatte. Damals konnte ich mit dieser Fliege meine ersten Forellen überlisten… ungewöhnlich aber wahr! Heute kommt es eher selten vor, dass ich mich an einen Forellensee verirre, was von damals allerdings geblieben ist, ist dass diese Fliege Regenbogenforellen oder Steelheads, wie sie wegen ihrer silbernen Färbung an der Küste liebevoll genannt werden, fängt. Natürlich lassen sich aber auch Meerforellen mit dieser Fliege überlisten!
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Was macht diese Fliege für mich so interessant? Wie ich bereits erwähnt habe, empfinde ich häufig eine gewisse Abneigung gegen grelle Fliegenmuster… Meine meinung ist, dass es ästhetischere Fliegen als die Juletrae gibt, die solch außergewöhnlichen Fischen, wie den Salmoniden der Ostsee, eher gerecht werden. Zumindest kann ich mir in diesem Fall etwas darauf einbilden, ein besonders schönes, originalgetreues Muster gebunden zu haben, wenn ich einen Fisch auf ein solch ausgefeiltes Muster überlistet habe (z.B. eine Garnelenimitation mit Plastikaugen, synthetischen Fühlern, Beinchen aus Emufedern und Epoxyrücken / Bindeanleitung Folgt…)
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Die Juletrae ist eine „2 Minuten Fliege“. Wenn ich schon stümpern muss, dann richtig! Soll heißen, dass sich andere die Mühe machen sollen, ihre Winterfliegen in knalligen Farben und ausgefeilten Mustern zu binden. Diese Fliege fängt! So verwende ich zum Binden dieser Fliege gerne einen dickdrätigen Haken, um mir die zusätzliche Arbeit, Beschwerung einzubinden zu ersparen. Auf den Bildern handelt es sich um den Kamasan B175. Als Bindfaden eignet sich für mich der UTC in stärke 140 und in einer zur Fliege passenden Farbe. als Unterfütterung vom Mylarschlauch verbinde ich alles, was mir in die Finger kommt. Für die klassische Juletrae verwende ich Flashabou „Minnow Body“, für die orange Variante (Flammen) nehme ich Mylar Tubing „Glow in the dark orange“. Dieser Mylarschlauch leuchtet tatsächlich in der Dunkelheit, allerdings glaube ich nicht, dass dieser Umstand zur Atraktivität dieser Fliege beiträgt!
Hier gehts zur Bindeanleitung
Tight Lines,
Dein FlyOnly Team
- Kopfknoten
- Gewebeschlauch einbinden
- Mylarschlauch überschieben
- Unterwicklung
- Normann mit Wintersteelhead
- Juletrae var. grün
- Juletrae var. Red Tag
- Juletrae var. weiß
- Juletrae var. GTI
- Juletrae var. Flammen
- Juletrae original
- Die Fliege, eine Juletrae var. „Flammen“ – auffälliger geht es kaum!
- Steelhead – gefangen bei schlechten Wetter- und Sichtverhältnissen